Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011

Dass ehrenamtliches Engagement auch an Feiertagen geleistet wird, zeigten die Gäste aus Sachsen, die auf der gestrigen Tagung „Engagementförderung in Ostdeutschland“ Projekte wie „genialsozial“ oder „FSJ-Politik“ präsentierten. Sie nutzten wie die insgesamt 300 Besucher den Fachtag zum Abschluss des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit in den Franckeschen Stiftungen in Halle.

Norbert Bischoff, Minister für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt freute sich, dass es gelungen sei, den länderübergreifenden Dialog zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland zu initiieren und dankte den mehr als 80 beteiligten Projekten und Experten. „Sie stehen für die Vielfalt des Ehrenamtes und sind wichtiger Teil des Gemeinwesens“, sagte Bischoff in seinem Grußwort. Dass Deutschland gute Bedingungen für bürgerschaftliches Engagement habe, machte Stefan Forester, Vertreter der EU-Kommission, deutlich.

An diese These anknüpfend, stellte Thomas Olk, Professor an der Uni Halle und Vorsitzender des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE), erste Forschungsergebnisse aus der Studie „Bürgerschaftliches Engagement in Ostdeutschland“ vor. Die demografischen Entwicklungen, aber auch die wirtschaftlichen Umbrüche in den fünf neuen Bundesländern haben, so die Einschätzung, klare Auswirkungen auf die Form und den Umfang ehrenamtlicher Arbeit.

„Engagierte in Ostdeutschland sind einerseits sehr aktiv in der Nachbarschaftshilfe. Anderseits sind sie sehr pragmatisch in der Wahl ihres Ehrenamtes“, stellte Olk klar. Er verwies darauf, dass insbesondere im ländlichen Raum auf aktuelle gesellschaftliche Problemlagen mit ehrenamtlichem Engagement reagiert werde. Bürgerbusse wie in Belzig oder die Zeitbank Vorpommern waren nur zwei von fast 30 Beispielen, die sich im Rahmen einer Projektmesse vorstellten. An die Bundesregierung appellierend forderte Olk eine stärkere Berücksichtigung besonderer Bedingungen in Ostdeutschland bei der Entwicklung von Bundesprogrammen zur Engagementförderung.

Im Rahmen des Podiumsgespräches diskutierten die Vertreter der Länder ihre Strategien zur StärkungPodium des Ehrenamtes. Reinhard Lang vom Netzwerk für Corporate Citizenship und CSR (UPJ) machte deutlich, dass auch Unternehmen ihren Beitrag für ein aktives Gemeinwesen leisten. Dabei sei das Sponsoring nur eine der vielfältigen Unterstützungsformen. Freiwilligentage von Unternehmen, die Marktplatzmethode „Gute Geschäfte“ oder das ehrenamtliche Mitwirken von Auszubildenden wurden in den Gesprächsinseln präsentiert und die Übertragbarkeit diskutiert.

In allen 13 Gesprächskreisen stellte sich heraus, dass es zunehmend darauf ankommt, auf gleicher Augenhöhe zu kooperieren und gemeinsam Strategien zur Engagementförderung zu entwickeln. „Ob zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, zwischen Mitarbeitenden in Kommunen und gemeinnützigen Organisationen, zwischen Unternehmern und Projektverantwortlichen oder auch zwischen Bund, Ländern und Kommunen“, fasste Olaf Ebert, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt die Ergebnisse zusammen.

Schließlich wolle man Engagement fördern und nicht behindern, denn die gesellschaftlichen Entwicklungen seien eine Herausforderung an das künftige Ehrenamt. „Wir hoffen, dass die Impulse des Tages und des Europäischen Jahres in den Engagementalltag wirken und die Engagementkultur verbessern helfen“, sagte Ebert abschließend.

 

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