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230 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende nutzten die Landeskonferenz „Engagiert für Flüchtlinge – Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“, Anfang Oktober, um sich über gelingende Engagementförderung für und mit Geflüchteten zu informieren.

Integrationsminister Norbert Bischoff bedankte sich eingangs bei den in der Migrationsarbeit ehrenamtlich Engagierten. Er nannte es „wohltuend“ zu erleben, wie sich ehrenamtliche Initiativen um ins Land kommende Geflüchtete kümmern und Begegnungsmöglichkeiten zwischen einheimischer Bevölkerung und Flüchtlingen schaffen.

Der Minister sagte: „Solidarität und Hilfe aus der Mitte der Gesellschaft ist wichtig. Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden kann nur gelingen, wenn sie von den Menschen hier im Land mit offenen Armen willkommen geheißen werden. Willkommenskultur muss gelebt werden.“
 
Die Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck verwies darauf, dass das Land inzwischen viele Möglichkeiten eröffnet hat, um ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Mit einem Engagementfonds, mit der Förderung von Lotsen- und Bildungspaten sowie mit dem Einsatz von Kultur- und Sprachmittlern aus den Migrantenorganisationen wird freiwilliges Engagement in der Nachbarschaft möglich. Die Beauftragte sagte: „Die Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement in der Hilfe für Geflüchtete darf keine Eintagsfliege bleiben. Geflüchtete werden professionell aufgenommen, betreut und beraten. Das ehrenamtliche Engagement ist künftig notwendig, wenn es um Alltagsorientierung, Bildungsbegleitung und Teilhabe geht.“  

Im Rahmen einer Ausstellung präsentieren sich 14 Initiativen aus allen Landkreisen und kreisfreien Städten ihre gelungene Beispiele für eine vielfältige Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt. Jan Greiner, Leiter der Netzwerkstelle „Engagierte Nachbarschaft - Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt“, äußerte sich erfreut über das beeindruckende Ehrenamt der vielen Initiativen vor Ort, von denen mehr als 75 über den landesweiten Engagementfonds unterstützt werden. Ob Schüler, die regelmäßig Geflüchtete einer Gemeinschaftsunterkunft besuchen oder Senioren, die Familien beim Spracherwerb unterstützen sowie Menschen, die den neuen Bewohnern die städtische Kultur näher bringen, alle leisten ihren Beitrag zur Willkommenskultur.

„Mit der Landeskonferenz wollen wir die Erfahrungen reflektieren und gute Ideen multiplizieren“, nennt Olaf Ebert, Vorsitzender der LAGFA Sachsen-Anhalt, die Tagungsziele. Gleichzeitig werden Strategien und Handlungsempfehlungen zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz diskutiert. „Wichtig ist, dass die ehrenamtlichen Angebote die professionellen Hilfen ergänzen“, hebt Ebert hervor. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen werde überall dort erreicht, wo es professionelle Koordinations- und Unterstützungsstrukturen für Ehrenamtliche gibt.

Aus Sicht der LAGFA sei es wichtig zu betonen, dass ehrenamtliches Engagement unentgeltlich ist. Dennoch müssen Aufwendungen wie Fahrkosten erstattet und Qualifizierungen angeboten werden. Außerdem sollte es Möglichkeiten zum Austausch geben, denn die Ehrenamtlichen müssen auf die teilweise traumatischen Erfahrungen der Geflüchteten angemessen reagieren können.

In vier Arbeitsgruppen sowie an acht Thementischen konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam neue Ideen entwickeln. „Die durchweg positive Resonanz auf diese Tagung bestärkt uns nicht nur in der bisherigen Arbeit sondern macht Mut für die noch kommenden Herausforderungen“, meint Ebert abschließend.

„Unser Dank gilt allen Engagierten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Ankommenskultur in Sachsen-Anhalt“ sagt Mamad Mohamad, Sprecher des  Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, zusammenfassend. Insbesondere die aktiven Migrantenorganisationen bieten ankommenden Geflüchteten ein vertrautes kulturelles Umfeld und können in schwierigen Lebenslagen eine unkomplizierte und schnelle „erste Hilfe“ leisten. Um eine gelingende Willkommens- und Integrationskultur erfolgreich zu gestalten, braucht es alle Akteure der Gesellschaft, so das Resümee  aller Veranstalter und Teilnehmenden.

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